Im Gespräch mit Martina Voss-Tecklenburg / Mehr Duisburg geht nicht!
Shownotes
In dieser Folge von DUISBURG „City of Transformation“ spricht Host Ralph Sina mit Martina Voss-Tecklenburg über Duisburg als Stadt der Transformation – ehrlich, robust und voller Potenzial. Martina nimmt uns mit in ihre Kindheit in Meiderich, erzählt von einer Arbeiterfamilie, vom ersten Weg zum Trainingsplatz des MSV Duisburg, von Werten wie Fleiß, Zusammenhalt und Bodenständigkeit – und davon, warum Veränderungen zwar nerven können, Baustellen aber notwendig sind, um Zukunft zu gestalten. Martina erzählt offen von Highlights ihrer Karriere – von der WM 1991 bis zur Anerkennung durch Pelé – aber auch von Überforderung, Verletzungen und der Bedeutung, auf sich selbst zu achten. Immer wieder schlägt sie den Bogen zurück nach Duisburg: zu Ehrlichkeit, Arbeitsethos und einer Stadt, die sich neu erfindet, ohne ihre Wurzeln zu vergessen.
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00:00:00: Ich bin in Meiderich geboren, früher noch im KWK, Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus.
00:00:04: Als Fünfjährige schon zum MSV Duisburg, zum Trainingsplatz gelaufen, hab die Bälle zurückgeschossen.
00:00:08: Mehr Duisburg geht nicht.
00:00:11: Heute spricht Ralf mit Martina.
00:00:13: Martina Faust-Hecknenburg lebt Veränderung seit Jahren vor, als Fußball-Ikoneunternehmerin und Duisburgerin.
00:00:20: Ein Gespräch über Werte und Verantwortung, über das Bild unserer Stadt in der Welt über Klischees, Chancen und Widerstände.
00:00:28: auf und neben
00:00:29: dem Platz.
00:00:31: Martina erzählt darüber, warum Veränderungen manchmal nervt, Baustellen dennoch notwendig sind, warum sie an die Kraft von Vorbildern glaubt, der Landschaftspark Nord für sie ein Sinnbild für Transformation ist und warum Arbeit, Ehrlichkeit und Robustheit zeitlose Werte für Duisburg sind und bleiben.
00:00:55: Herzlich willkommen aus Duisburg.
00:00:57: der Stadt der Transformation.
00:00:59: und herzlich willkommen zu unserem Duisburg Podcast.
00:01:03: Duisburg Tiger & Turtle.
00:01:06: Die einzige begehbare Achterbahnskultur der Welt steht in richtig Duisburg.
00:01:11: Zebras, die ihresgleichen suchen, Weltklasse Stahl, Wasserstoff, Europas größter Binnenhafen, Uni, Start-up-Szene, Oper, Philharmonie und Kneipquiz.
00:01:21: Ja, ich sage nur aus Ende jedenfalls... Duisburg ist besonders.
00:01:27: Und es gibt viele Menschen, denen Duisburg viel bedeutet und die sagen, let's do it.
00:01:33: Und mich gäbe es ohne Duisburg gar nicht, denn meine Eltern kommen aus Duisburg, verliebt, geheiratet, Standesamt, Stuttgarik-Kirche.
00:01:42: Kurze Zeit später, der kleine Ralf.
00:01:44: Und jetzt sitzt er hier, etwas größer geworden.
00:01:47: Ralf Siener, Radiomanch.
00:01:49: Und ich sitze im Podcaststudio der Duisburger Wirtschaftsförderung DBI.
00:01:52: Aber was viel wichtiger ist, ist, dass Martina von Stecklenburg ist.
00:01:56: Hallo, Martina.
00:01:57: Hallo.
00:01:58: Eine Frau, die man in Duisburg nicht vorstellen muss, in Deutschland eigentlich auch nicht.
00:02:01: Als ich Bekannten erzählt habe, ich treffe Martina von Stecklenburg, habe mich mehr gefragt, kann sie nicht ein Autogramm geben.
00:02:08: Und allen ist klar Fußballerin des Jahres.
00:02:12: Gleich zweifach habe ich gerade gelernt, six, neunzig und zweitausend hundert, fünfundzwanzig Länderspiele für Europameisterschaften und Dysboren durch und durch.
00:02:21: Das kann man sagen.
00:02:23: Ja, absolut.
00:02:23: Das ist meine Heimat.
00:02:25: Meine ganze Familie und ich habe eine große Familie.
00:02:28: Wir sind mittlerweile fast dreißig Personen, wenn wir zusammenkommen, leben alle noch in Duisburg oder ganz nahe Umgebung.
00:02:34: Und ich bin in Meiderich geboren, früher noch im KWK, Kaiser-Wilhelm-Krankenhaus.
00:02:39: Und von daher, als Fünfjährige schon zum MSV Duisburg, zum Trainingsplatz gelaufen, habe die Bälle zurückgeschossen.
00:02:44: Mehr Duisburg geht nicht.
00:02:47: Also deine Eltern auch Duisburger, dein Papa hier.
00:02:51: Genau, meine Mama ist Dysburgerin, aber mein Papa kommt aus dem hohen Norden und den hat es dann mit seinen Eltern auch hierhin verschlagen nach dem Krieg.
00:03:00: Und er hat dann meine Mama kennengelernt und eben auch so, liebe.
00:03:04: und es gab schon zwei Kinder von meiner Mama.
00:03:08: Erster Mann ist leider sehr sehr früh verstorben, sehr jung.
00:03:11: Und dann kam mein Papa und dann kam eine Zwillinge, Martina und Dirk.
00:03:15: Und dann noch eine kleine Schwester, sodass wir dann sieben Personen waren.
00:03:19: Fünf
00:03:19: Kinder.
00:03:20: Fünf Kinder in der Mietwohnung in Meiderich groß geworden.
00:03:23: Hammer.
00:03:24: In der Arbeiterfamilie, Papa bei Tissen, wechselschicht gemacht.
00:03:27: Wenn er nicht wechselschicht gemacht hat, hat er in der Gärtherai unten gearbeitet, hat Grenze gebunden und hat Grabpflege gemacht.
00:03:33: Und Mama hat fünf Kinder großgezogen und noch geputzt.
00:03:37: Und so sind wir groß geworden.
00:03:39: Mit Werten, mit ... großen Familienzusammenhalt und natürlich auch eine Entwicklung, die darauf gezielt war, dass wir sehr früh sehr selbstständig waren.
00:03:49: Und dein Zwillingsbruder konnte ganz gut mit dem Ball umgehen?
00:03:52: Nein, gar nicht.
00:03:53: Mein Zwillingsbruder hat mir mein Talent überlassen, aber mein Zwillingsbruder war ganz, ganz früh Schiedsrichter, weil er eben gesagt hat... Das so auf dem Platz mit dem Ball, mache ich nicht so gut, aber das auf dem Platz ohne Ball als Schiedsrichter, mache ich super.
00:04:06: Und wir waren, glaube ich, die einzigen Straßenmannschaften, Broncosstraße gegen Löswatterstraße und so weiter, die schon einen achtjährigen Schiedsrichter hatten, der gelbe und rote Karten gebastelt
00:04:16: hat.
00:04:16: Ja, witzig.
00:04:17: Und deine Mama, was hat die gesagt?
00:04:19: Meine Mama hat mir lange nicht erlaubt, Fußball zu spielen.
00:04:23: Ich musste ja dafür kämpfen.
00:04:24: Ich habe viele andere Dinge gemacht.
00:04:25: Ich habe Leichtathletik gemacht, Handball gespielt, fünf Jahre Tischtennis gespielt bei meiner Richard-Tischtennis-Club.
00:04:30: Da war ich sehr talentiert.
00:04:32: Ich hätte wahrscheinlich da auch eine Karriere machen können, aber ich wollte immer Fußball spielen.
00:04:37: Und mit fünfzehn bin ich ja erst in den Verein.
00:04:39: Mein damaliger Gymnasial-Lehrer hat gesagt, Martina, du bist so gut, du musst in den Verein.
00:04:44: KWZ Duisburg, nicht weit von hier, in dreiundachtzig.
00:04:48: Und dann durchgestartet, zwanzig Jahre.
00:04:49: Dreiundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.
00:05:19: Was war das Highlight?
00:05:20: Man hat ja oft im Berufsleben einen Punkt, an dem man immer wieder kommt.
00:05:24: Was war das bei dir?
00:05:25: Ich komme immer wieder zu dem Punkt zurück, dass eigentlich der erste EM-Titel, emotional und in der Pionierarbeit für die Entwicklung der deutschen Frauen-Nationalmannschaft und für den gesamten Fußball der wichtigste Titel war.
00:05:39: Durchbruch.
00:05:40: Weil niemand wusste, dass wir eine erfolgreiche Frauenfußball-Nationalmannschaft haben.
00:05:44: Und dann sind wir in einem dramatischen Halbfinale gegen Italien bei Elfmeterschießen ins Finale eingezogen.
00:05:50: Wir haben das Elfmeterschießen fünf, drei gewonnen.
00:05:52: Unsere Teutlerin hat drei gehalten und den Entscheidenden selbst reingeschossen.
00:05:55: Und wir gingen so in die Tagesschauzeit.
00:05:57: und dann... sahen die Menschen in Deutschland plötzlich, wir haben eine Frau Nationalmannschaft.
00:06:02: Und Sonntags war dann um elf Uhr morgens an der Bremer Brücke, um elf Uhr morgens.
00:06:05: Und das morgens, das Endspiel gegen Norwegen, wir waren nicht favorit und plötzlich war dieses Stadion ausverkauft.
00:06:10: Und wir wussten gar nicht, wie uns geschah.
00:06:12: Und die Menschen kamen und waren mit Deutschen fahren und Trikots und angemalt für uns, wo wir sonst vorher vor fünfhundert, tausend, fünfhundert mal zweitausend Zuschauer gespielt haben.
00:06:23: Und dann haben wir uns den rausgespielt, haben Norwegen Vier, Eins aus dem Stadion gefegt und waren Europameister.
00:06:28: Das gab es als Dankeschön dafür?
00:06:30: Ja, genau, als Dankeschön.
00:06:31: Man muss aber dazusagen zur Ehrenrettung.
00:06:34: Es gab ja dieses legendäre Café und Tafelservice, das wir dann alle bekommen haben.
00:06:39: Aber wir waren damals reine Amateure.
00:06:41: Wir hätten gar keine Geld oder Sachprime in den anderen Formen bekommen können.
00:06:44: Und dem DFB ist dann eben auch aufgefallen.
00:06:47: Sie haben eine erfolgreiche Frauen-Nationalmannschaft und mussten dann irgendwie schnell noch.
00:06:52: eine Idee entwickeln, was sie uns denn zumindest als kleine Erinnerungsprämie schenken.
00:07:00: Und trotzdem, muss ich sagen, ist es einfach auch geschichtsträchtig und ein Auslöser für so viel mehr und es steht einfach für Pionierarbeit und dann für Entwicklung, die ja heute wahnsinnig positiv
00:07:11: ist.
00:07:12: Absolut, ihr habt es wirklich gedreht.
00:07:16: Mir fällt gerade noch ein, die hatte damals ja irgendwie auch noch einen Spot gemacht, dann so ein Knackchen, wir brauchen keine Eier.
00:07:21: Wir haben Pferde, Schwinze.
00:07:24: Das ist ja auch der Hammer.
00:07:26: Ja, wenn du auf Duisburg guckst, hat ja im Grunde auch etwas das Problem, dass es im Image nicht nur gut dasteht.
00:07:34: So ein bisschen wie der Frauenfußball früher.
00:07:37: Die Duisburger selber sind begeistert bei allen Umfragen, sind zufrieden, leben gerne hier.
00:07:41: Duisburg ist echt.
00:07:43: Aber wenn du so ausfertigen, am Wohin Schwarm erzählst, kommst du aus Duisburg, dann gucken die dich an, als ob sie dir Psychopharmaker geben müssen.
00:07:49: Das ist irgendwie ungerecht.
00:07:51: Ja, das ist ungerecht, aber das ist ja oft so bei Vorurteilen, dass Leute, wenn sie irgendwas nicht kennen oder irgendwie nur ein Klischee, ein Bild im Kopf haben oder bestimmte Informationen nur aufnehmen oder filtern wollen, dass sie das dann nicht wissen.
00:08:03: Und umso mehr mache ich in allen meinen Kinos Präsentationen immer erst mal das Bild, wo komme ich her und wer bin ich und warum bin ich so, wie ich bin.
00:08:11: Weil das hat ganz viel mit meiner Vergangenheit in Duisburg und meidere ich mit meiner Familie, meinen Werten zu tun.
00:08:16: Und dann sind die Leute oft überrascht, wenn man dann eben auch Diese ganzen positiven Keyfacts, die ohne Zweifel da sind, weil jede Stadt hat was Besonderes.
00:08:26: Und das hat auch Duisburg.
00:08:28: Die sind dann überrascht, dass es so viel in Duisburg gibt, was sie tatsächlich nicht wissen.
00:08:32: Und ja, so ist der Mensch manchmal.
00:08:34: Er hört sich dann eher diese negativen Dinge an und die bleiben haffen.
00:08:37: Und die Positiven sind irgendwie immer selbstverständlich.
00:08:40: Und umso mehr reizt es mich dann auch, die positiven Seiten von Duisburg darzustellen.
00:08:45: Das gibt mir Gelegenheit, kurz unsere Duisburg, Fragerunde einzuleuten unter der Überschrift Mein Duisburg.
00:08:53: Duisburg ist die Stadt der Pioniere, wissen wir so ein bisschen, Mercato und Co.
00:08:57: Gibt es irgendeinen Start-up aus der Vergangenheit, das sich besonders beeindruckt hat, irgendeinen Geniestreich?
00:09:03: Kein Start-up, aber Geniestreich insofern.
00:09:06: Ich habe eine extreme Verwindung zum Landschaftspark Nord, weil genau da mein Papa gearbeitet hat.
00:09:11: Auf dem Leitstand hat er noch die Loren und hat da wirklich seine Wechselschicht gemacht.
00:09:17: Und als dann eben das stillgelegt wurde, da war natürlich die große Frage, was passiert da.
00:09:21: Und ich finde, das ist Transformation, das ist echt, das ist ein toller... Ort geworden für Duisburg.
00:09:27: Es steht für ganz viel.
00:09:28: Es steht für ganz viel Vergangenheit, für Arbeit, für Ehrlichkeit, für Robustheit.
00:09:33: Und heute ist dann Ort, wo Kultur stattfindet, wo man klettern kann, wo man tolle Zeit vorbringen kann, wo man Fahrrad fahren kann.
00:09:39: Und ich finde, das zeigt auch die Entwicklung der Region, die zwangsläufig im Strukturwandel genommen werden musste und ist sehr, sehr gelungen.
00:09:49: Das stimmt.
00:09:49: Ich kenne viele, die sogar aus Ostwestfalen anreisen am Wochenende und da hingehen.
00:09:54: Aus Bielefeld, ne?
00:09:56: Ich wollte namentlich erwähnen.
00:09:59: Und wir waren vor kurzem mit der Duisburg Business and Innovation Wirtschaftsförderungsgesellschaft in Pittsburgh.
00:10:05: Und die hatten auch viel Stahl.
00:10:07: Und der ist eingegangen und er rollte davor sich hin.
00:10:11: Und da sieht es auch den Unterschied zum Landschaftspark.
00:10:12: Also was man daraus machen kann.
00:10:14: Absolut.
00:10:14: Insofern wirklich gute Transformationen.
00:10:18: Dein Lieblingsort in Duisburg hat sich damit schon erledigt.
00:10:21: Ist das genau?
00:10:23: Gibt es irgendwas, was dich nervt an Duisburg?
00:10:26: Ja, es ist natürlich schon so, dass Dinge irgendwie einflicht nerven, wenn man sich direkt damit beschäftigt.
00:10:35: Aber ich bin da eher lösungsorientiert und von nahe will ich sagen, ja manchmal ist es halt, sind es die Baustellen.
00:10:40: Man war natürlich klar, der Brückenbau zwangsläufig, aber da kann ja Duisburg auch nicht so viel für.
00:10:47: Ich finde aber, dass wir wirklich in vielen Bereichen diesen Strukturwandel hinbekommen haben.
00:10:53: Klar dauern Prozesse manchmal sehr lange, aber das ist nicht Duisburg typisch.
00:10:56: Ich glaube, das ist allgemein schwierig in der aktuellen Situation sowieso.
00:11:01: Aber ich finde, wir sind sehr lösungsorientiert und das gefällt mir.
00:11:04: Duisburg mit anderen Augen sehen, wo gelingt ihr das am besten auch wahrscheinlich Landschaftspark?
00:11:09: Ja, aber auch der Dysburger Süden.
00:11:10: Ich finde den Sportpark weder herausragend die Sechselnplatte.
00:11:13: Das ist wohl meine Spazier-Tour, wenn ich mal mit dem Hund gehe oder auch so Freizeit mit meiner Enkeltochter, wenn wir auf den Spielplatz gehen, wenn wir ins Grüne wollen.
00:11:22: Ich finde den Dysburger Süden sehr, sehr, sehr gelungen.
00:11:25: Und auch dieser Sportpark, der steht ja auch für ganz, ganz viel.
00:11:28: Und auch das wissen die Menschen relativ selten.
00:11:31: die außerhalb von Duisburg leben.
00:11:33: Wenn ich ihnen dann sage, Mensch, geht mal dahin, schaut euch das an, dann sind die alle total beeindruckt und freuen sich, weil das ist ja wirklich dieser, ja, mit diesem Grüngürtel und auch, was da jetzt entsteht, nochmal mit neu gebaut, mit neuem Wohnraum, mit auch Plänen, die die Stadt Duisburg weiterhin entwickeln will, steht das für ganz viel, finde ich.
00:11:55: Da wollen ja viele Düsseler mittlerweile hinziehen und sagen, können wir es sich mehr leisten?
00:11:59: Genau, dann kommen die Düsseldorfer.
00:12:01: Und ich finde aber, ja, auch das ist ja so eine Thematik.
00:12:05: Wenn sich Duisburg entwickelt, klar, brauchen wir auch Menschen, die zuziehen.
00:12:08: Aber wir müssen auch sehen, dass natürlich auch hier Leute bezahlbaren Wohnraum haben.
00:12:13: Ich glaube, das ist ein großes Thema hier in der Stadt.
00:12:15: Und von daher ist es immer so eine Frage.
00:12:18: Aber ich denke auch da können wir eine tolle Mischung hinkriegen zwischen sozialen Wohnraum.
00:12:23: Und dann eben auch den Leuten, die sich vielleicht ein bisschen mehr leisten können und leisten wollen.
00:12:28: Und von daher eben den Wohnungsbau auch so gestalten, dass er für alle möglich ist und auch so eine Diversität entsteht, die uns gut tut, auch im Stadtbild.
00:12:37: Ich denke, Kinder aus Maxwell, die zum ersten Mal in den Dürsburger Süden kommen, das ist der Hammer für die.
00:12:42: Absolut.
00:12:43: Und da liegt ja auch eine Chance drin, eben auch auf kleinen Wegen Duisburg erlebbar zu machen für eben Kinder, die das sonst nicht können, auch aus wirtschaftlichen Faktoren.
00:12:52: Ich erinnere mich noch, dass ich als Kindes geliebt habe, wenn meine Eltern uns drei Wochen angemeldet haben und wir haben diese, ich weiß gar nicht mehr, Begriff wiederhieß, aber wir wurden drei Wochen lang jeden Tag abgeholt und hatten eine Möglichkeit in Duisburg, was zu unternehmen.
00:13:06: als Gruppe für kleines Geld.
00:13:08: Das war eben für meine Eltern möglich.
00:13:10: Stadtrant-Erholung.
00:13:11: Stadtrant-Erholung.
00:13:12: Genau, wir konnten nicht, die uns diesen teuren Urlaub leisten.
00:13:15: Und für mich und meine Geschwister war es super, super toll.
00:13:19: Dadurch haben wir unsere Stadt kennengelernt, wir haben das Umfeld kennengelernt.
00:13:21: Wir sind in die Natur, wir waren in Schwimmbädern, wir haben Minigolf gespielt.
00:13:26: Also alles Dinge, die für uns ja schon außergewöhnlich waren.
00:13:30: Und von daher ist diese Stadtrant-Erholung, ich weiß gar nicht, ob es sie noch gibt, ein Riesen-Mehrwert gewesen.
00:13:34: Was ich momentan auch nicht, wenn du eine Kinot halten würdest an der Uni vor Studenten der Wirtschaftswissenschaften, was würdest du gerne über Duisburg erzählen?
00:13:44: Ich würde über Duisburg erzählen, dass die Duisburger aus meiner Sicht sehr lösungsorientiert sind, dass sie Werte haben, dass sich Arbeit lohnt und dass man auch den Studierenden sagt, schaut auf Individualität, folgt eurem Herzen, habt einen offenen Blick für Dinge und seid dann auch mutig in der Gestaltung, damit wir Gemeinschaftlich auch Veränderungsprozesse vorantreiben.
00:14:06: Das ist wie aus dem Fußball.
00:14:07: Ich habe das einfach im Fußball gelernt.
00:14:10: Und ich glaube, das ist übertragbar.
00:14:12: Und wir sollten unsere jungen Studierenden nicht unterschätzen.
00:14:15: Aber wir sollten ihnen, glaube ich, auch sagen, dass sie nicht gleich vor jeder Herausforderung weglaufen sollen.
00:14:22: Weil das ist ein großes Thema.
00:14:23: Herausforderung kreieren und meistern auch im Fußball.
00:14:26: Und das ist auch transportierbar auf unsere junge Generation.
00:14:29: Und ich glaube, dass es da genügend Möglichkeiten gibt, auch den Wirtschaftsstudien zu sagen, hier ist was möglich, aber seid mutig und geht es an.
00:14:38: Blick in die Zukunft, wie sieht dein Duisburg der Zukunft aus?
00:14:42: Ja, mein Duisburg der Zukunft sieht sicherlich so aus, dass wir die ganzen Themen, sprich die in den Arbeitsmarkt, dass wir da hartnäckig bleiben, dass wir noch mehr, glaube ich, transparent Aufklärung und Miteinander generieren, dass wir offen sind für Menschen mit Migrationshintergrund, dass sich aber auch Dinge, glaube ich, nur in der Gemeinschaftlichkeit durch Kommunikation öffnen lassen.
00:15:07: Wir haben oft Ängste, weil wir etwas nicht wissen.
00:15:09: Wir haben oft ein Bild, wo wir vielleicht sagen, das funktioniert ja nicht weil.
00:15:16: Und ich habe wirklich gelernt, da müssen wir zueinander finden, da müssen wir uns öffnen, da müssen wir im Miteinander agieren und dann hilft Diversität.
00:15:23: Dann kommt was voraus und dann haben wir Internationalität und dann haben wir unterschiedliche Ideen, Kulturen und wir können dann miteinander in dem Bereich wachsen.
00:15:32: Und das wünsche ich mir noch viel mehr.
00:15:34: Insofern ist das nun nämlich hier.
00:15:35: Kraft auch in Dösburg gerade durch die vielen Nationen, die hier leben, durch das Miteinander.
00:15:40: Wer eine Lieblingsstukend gibt?
00:15:42: es eine oder mehr?
00:15:44: Meine Lieblingstugend auf mich bezogen.
00:15:47: Ja, ich bin natürlich schon ein sehr ehrgeiziger und aber auch ein sehr offener Mensch, sehr empathisch.
00:15:53: Ich denke, wie gesagt, im Miteinander bin Teamplayer immer gewesen.
00:15:57: Das wirst du dann im Sport.
00:15:59: Aber trotzdem weiß ich eben auch, dass das Leben nicht immer immer nur gut ist zu einem.
00:16:04: Und ich möchte so den Menschen auch durch meine eigene Geschichte mitteilen.
00:16:10: dass es trotzdem immer wieder eine neue Tür gibt, durch die man durchgehen kann.
00:16:14: Man muss sich aber suchen aktiv, man muss sich auch Menschen suchen, die dann einen bestärken, vielleicht auch mal Hilfe holen und nicht gleich verzweifeln und wirklich eher sagen, was ist gut, was gibt mir auch Kraft, was gut ist und nicht in den schlechten Momenten, dass die größer sind als all das, was eigentlich auch gut ist im Leben.
00:16:34: Und da miteinander auch sich Hilfe zu suchen, und mutig zu sein und wirklich vorne wegzugehen, das möchte ich den Menschen hier in Duisburg mitgeben und das ist so mein Zukunftsbild, dass wir aus unserer eigenen Gesellschaft heraus, glaube ich, gerade im Moment, wo es so schwierig ist, eine Kraft entwickeln können, die im Moment so ein bisschen verschwindelt.
00:17:00: weil man nur auf das Negative guckt und weil man auch keine Orientierung hat.
00:17:04: Wir haben wenig Vorbilder, wir haben wenig was gelingt.
00:17:07: Also lass uns auch herausstellen, was gut ist.
00:17:09: Weil das wird oft verschwindet das oft.
00:17:13: Wir haben so viele tolle ... glaube ich auch Menschen hier, die was die tolle Projekte in Duisburg machen, aber es wird wenig sichtbar.
00:17:20: Das ist ähnlich wie im Frauenfußball oder auch bei Frauen, Vorbilder der Gesellschaft, dass wir zu wenig sichtbar sind und das müssen wir forcieren.
00:17:28: Und da ist die Politik gefordert, da sind die Unternehmen gefordert, da ist die Gesellschaft und die Medien gefordert, die Positivität herauszuheben.
00:17:36: Nicht damit wir irgendwas erzählen, sondern um klare Dinge und Probleme, Lösungsorientiert anzugehen.
00:17:42: Junger Unternehmer, die sich um Wasserstoff kümmern, CO-Zwei aus der Luft holen.
00:17:46: Das Beispiel hier in Duisburg.
00:17:49: Ich war mit einer Delegation von Duisburg Business and Innovation, also der Wirtschaftsförderung gerade in Pittsburgh.
00:17:55: Die hat eine ganz schwierige Situation, weil die Stahlindustrie dort ja komplett zusammengebrochen war und dreihunderttausend Menschen praktisch die Stadt verlassen haben, also von sechshunderttausend auf drehunderttausend neunte.
00:18:05: Und jetzt ist das so eine Art Mega-Start-up Silicon Valley von Pennsylvania geworden.
00:18:10: Das heißt, es ist möglich.
00:18:12: Es ist möglich.
00:18:13: Es ist möglich, wenn man dann eben, also ich finde, auch weglaufen ist keine Option.
00:18:18: Wenn ich im Moment mit vier Menschen unterhalten, dann haben die alle Zukunftsängste und sie sagen, ja, ich beschäftige mich jetzt schon damit, ob ich auswandern, ob ich dahin gehe, dahin gehe, dahin gehe.
00:18:27: Ja, das ist vielleicht der einfache und vielleicht auch manchmal nur der einzige Weg, aber es kann ja nicht die Lösung für unser Deutschland, für unser Europa sein und auch nicht für Dysburg sein.
00:18:38: Und von daher nochmal sind alle gefordert, also nicht nicht nur die, die die vermutlich auch Möglichkeiten haben, was zu schaffen, sondern es ist auch der untere Bereich der Gesellschaft gefordert diesen Weg mitzugehen und aktiv zu gestalten und nicht immer zu sagen, die da oben müssen.
00:18:55: Und wir ruhen uns darauf aus, sondern auch das funktioniert auch im Fußball nicht, sondern du musst es im Miteinander leisten.
00:19:01: Dadurch brauche es, sage ich nochmal, Transparenz, Aufklärung, dass man sich, dass man Informationen teilt und dann im Miteinander wächst.
00:19:12: Jeder muss bei sich anfangen und man darf die Politiker nicht so als Dienstleistungsbetrieb sehen.
00:19:20: Ich habe zwar auch gesagt als Trainerin bin ich auch ein Stück weit Dienstleisterin, weil ich meine Spielerin ins Zentrum stelle, aber es geht nur im Miteinander.
00:19:27: Also wenn ich Dienstleisterin für dich sein soll, dann brauche ich Vertrauen, brauche ich Kommunikation, dann müssen wir wissen, was ist unser Ziel, unsere Vision, woran arbeiten wir, was sind unsere Werte, wie wollen wir miteinander umgehen.
00:19:39: Und dann wird was draus.
00:19:41: Ich habe noch eine persönliche Frage in dieser Frage, Bogen Rubrik.
00:19:45: Was tust
00:19:45: du,
00:19:46: Komma, obwohl es unvernünftig ist?
00:19:50: Was tue ich, obwohl es unvernünftig ist?
00:19:53: Ja, ich überfordere mich trotzdem auch manchmal selber oder habe mich lange überfordert und wusste irgendwie schon, dass unvernünftig ist, aber ich habe so viel gute gute Momente dann trotzdem gehabt oder das andere, wenn ich viel geleistet habe, war so schön und trotzdem habe ich mich manchmal dabei vergessen, das habe ich aber auch jetzt gelernt.
00:20:12: Und
00:20:14: ja,
00:20:14: ab und zu spiele ich immer noch Fußball oder Paddeltennis, obwohl mein Knie dann am nächsten Tag dick ist und ich drei Tage nicht laufen kann, aber das muss ich einfach von meinem Herzen, von meinem Kopf her machen.
00:20:24: Das Knie ist das Problem, oder?
00:20:25: Das Knie ist das Problem.
00:20:26: Hast
00:20:26: du ein neues oder noch ein altes?
00:20:27: Noch nicht, ich möchte noch nicht.
00:20:29: Ich frage noch ein bisschen.
00:20:30: Verstehe ich gut.
00:20:31: Das ist mal kurz zurückblicken in deinem Fotoalbum, Fußballfotoalbum.
00:20:35: So ein Mega-Event.
00:20:36: von außen habe ich gedacht, es war die Fußball-Weltmeisterschaft.
00:20:39: Wo war die in China, wo du die Nummer sieben hattest?
00:20:44: Das war der Hermann, ne?
00:20:45: Einen neunzig.
00:20:46: Einen neunzig, der erste WM.
00:20:47: Ja, insofern, ich hatte ja das Privileg, dass ich irgendwie im Frauenfußball alles das erste Mal erleben durfte.
00:20:52: Stimmt.
00:20:53: Also, erste Mal EM-Titel, die erste WM, die ersten olympischen Spiele.
00:20:59: Die erste Titelverteidigung und ja, aber ein neunzig war.
00:21:01: deshalb auch besonders, weil Pelé vor Ort war und dann irgendwann im Laufe des Turniers gesagt hat, die Nummer sieben von Deutschland, die gehört mit zu den besten Spielerinnen hier bei diesem Turnier.
00:21:13: Und wenn das Pelé sagt, dann wächst du nochmal drei Zentimeter mehr.
00:21:16: Was denn?
00:21:17: Getroffen hast du ihn aber nicht da?
00:21:18: Doch, ich habe ihn getroffen.
00:21:19: Wir haben ganz kurz persönlich auch gesprochen.
00:21:22: Er war damals in dem Hotel, wo viele, viele Mannschaften waren.
00:21:27: Und hat das wirklich auch damals schon ganz klar erkannt, dass der Frauenfußball extrem viel Potenzial hat.
00:21:36: Und das war eine Riesenwertschätzung und eine Riesenaufwertung natürlich auch für dieses Turnier.
00:21:41: Ich bin der Alter weder zwei Mann und da wurdest du immer wirklich so als die Fachfrau sofort genannt, wenn es um Europameisterschaften, Weltmeisterschaften ging es weiter.
00:21:50: und hier nämlich bei der letzten Europameisterschaft habe ich dich gehört auch und mir ist aufgefallen, dass du sehr betont hast, die Ukraine, dass die Ukraine dabei ist, bei dieser EM und als Land eben nicht von Putin zu zerstören ist.
00:22:05: und da habe ich so hingehört und habe einen Moment gedacht, Wäre das für dich ein Ansatz, vielleicht mit Ukraine zusammen zu trainieren?
00:22:13: Einfach jetzt mal hingesponnen.
00:22:14: Ich weiß gar nicht, ob das geht, ob das machbar ist.
00:22:16: Wie siehst du das?
00:22:17: Ja, ich war ja Botschafterin für die Stadt Düsseldorf in Botschafterin und da die Ukraine auch in Düsseldorf gespielt hat und in Düsseldorf gar es ganz viele tolle Vereine gibt oder auch Institutionen, die sich wirklich für die Ukraine einsetzen, war das für mich so besonders.
00:22:33: Und ich habe dann diesen Fanwalk gesehen und ich war mit im Stadion, als die Ukraine dann gespielt hat.
00:22:38: Dann ist Fußball das eine und Ergebnis auch das andere.
00:22:41: Aber dann erlebst du diese Freude, diese Momente der Menschen, die so viel Leid erlebt haben.
00:22:46: Und genau da haben wir darüber gesprochen, mit vielen Organisationen in Düsseldorf auch gesprochen.
00:22:51: Was kann ich denn tun?
00:22:53: um genau das irgendwann zufassieren.
00:22:55: Und auch Mädchen, die jetzt hier in Deutschland leben, aus der Ukraine und Sport begeistert sind, dass wir da irgendwie was zusammen machen wollen.
00:23:03: Wir sind auch nicht so in die Umsetzung gekommen, aber es ist immer wieder Kontakt da.
00:23:07: Und mir hat das einfach ... mich hat es wirklich ganz tief im Herzenbrot, weil ich direkten Kontakt mit den Menschen hatte.
00:23:14: Und sie haben mir so viele Geschichten erzählt.
00:23:16: Und ich war ... Kurz bevor der Krieg ausgebrochen ist, in der Ukraine, in Lviv, in Lemberg, weil wir dort ein Länderspiel hatten und bin damals mit meinem Mann noch dort geblieben.
00:23:27: Weil mich hat das immer interessiert, wenn ich noch die Möglichkeit hatte, ein, zwei Tage in einem Land zu bleiben, was ich nicht gut kenne oder Geschichte zu erleben.
00:23:35: Dann habe ich diese Chance wahrgenommen.
00:23:38: Und es war insofern schön, der damalige Übersetzer der Pressekonferenzen sprach unter anderem auch noch sehr gut Deutsch und hat dort Statttouren gemacht.
00:23:48: Dann hat er gesagt, wenn ihr hier bleibt, ich zeichere euch Limberg, ich zeichere euch Lviv.
00:23:52: Und dann hat er uns diese Stadt gezeigt und ich war damals so beeindruckt.
00:23:56: So viele junge Menschen, Studierende, neue Kaffee, Röstereien, ganz viele kleine Start-ups, Produktionen, Leute, die die Bierproduktion gemacht haben, ein offenes Leben.
00:24:07: Also du hast eine Energie in dieser Stadt gespürt, wo ich gedacht habe, wow, hier entsteht gerade was.
00:24:12: Hier ist Europa, hier entsteht was mit einer Historie, die wahnsinnig ist.
00:24:18: Und dann kommt der Krieg.
00:24:19: Und jetzt bist du im Tagesschau.
00:24:21: Genau.
00:24:22: Und das nimmt einen natürlich dann nochmal mit.
00:24:25: wenn man direkten Kontakt einfach auch zu Menschen hat und dann überlegt, die können gerade bestimmte Dinge nicht machen, die einfach selbstverständlich waren.
00:24:34: Und wir haben im Moment immer noch keine Lösung für die Beendigung dieses Krieges.
00:24:38: Und deshalb war das für mich einfach zwanzig, vierundzwanzig bei dieser IM viel, viel mehr, als dass die Ukraine da nur Fußball spielt.
00:24:49: Oder das ist eigentlich bei jedem sportlichen Event, wo ukrainische Sportler und Sportlerinnen auftreten.
00:24:55: etwas, was sie tun, für ihr Land noch viel mehr, den Menschen dort Freude zu geben, einen Moment zu haben, abzuschalten, einen Moment zu haben, stolz zu sein, das sind sie ja sowieso, aber stolz zu sein, wenn es auch auf anderer Ebene Erfolge gibt.
00:25:10: Wenn wir auch gerade nochmal klar, das ist ein unzerstörbarer Moment, also auch gerade gegenüber jemanden wie Putin und zu Lewith, denke ich, wenn da so viel kreatives Start-up-Potenzial ist, ist ja auch für Duisburg was interessant für später mal.
00:25:25: Ich war fünf Jahre in Afrika und in Nairobi als Hörfunk Cosmon Chess zuniert und da hatte ich auch das Gefühl, Fußball ist existenziell.
00:25:34: Im Slamm wurde Fußball gespielt.
00:25:37: Die hatten keinen Ball, die haben irgendwie aus Lumpen was gemacht.
00:25:40: Und es ist gerade Mädchen auch aus den Slamms gelungen, teilweise rauszukommen durch Frauenfußball.
00:25:45: Genau, das ist ein Riesenwert, dass Fußball ja eine einfach zu umsetzende Sportart ist.
00:25:52: Also so, wie ich auf der Straße Fußball spielen gelernt habe, es war egal, ob wir einen Ball hatten, wir haben in der Cola-Dose Fußball gespielt, wir haben zwei Tore aus allem Möglichen gemacht.
00:26:00: Wir waren kreativ.
00:26:02: Und das ist genau die Kraft, die heute junge Mädchen gerade in problematischen Regionen, wo sie selbstbewusstsein entwickeln können, wo sie eine Wertschätzung kriegen, wo sie einen Wert für sich selber finden.
00:26:13: Ich habe das Buch gelesen, meine wunderbaren Schwestern von der afghanischen ehemaligen Fußballkapitänin der afghanischen Nationalmannschaft.
00:26:24: Also Taliban, dann Veränderungsprozess und dann wieder ein Marsch der Taliban oder wieder Machtübernahme der Taliban.
00:26:33: Das Buch bringt jemand zum Wein.
00:26:36: Aber es zeigt trotzdem auch gleichzeitig die Kraft der Frauen und jungen Mädchen, die auf unnachahmliche Weise für etwas gekämpft haben.
00:26:43: Und ich empfehle jedem dieses Buch zu lesen.
00:26:48: Meine wunderbaren Schwestern.
00:26:52: Also die Autorin ist eben die ehemalige Nationalkapitänin, die dafür ihre Sportart gekämpft hat.
00:27:01: Und diese jungen Menschen waren Dingen ausgesetzt, die wahnsinnig, die für uns auch nicht vorstellbar sind.
00:27:08: Aber sie sind dadurch in Weg gegangen und sie kämpfen noch heute für jede einzelne Frau und für jedes einzelne Mädchen.
00:27:13: Und als die Taliban wieder die Macht übernommen hat, dann gab es Menschen in Australien.
00:27:17: Es gab Organisationen, die haben jede registrierte junge Fußballerin aus Afghanistan versucht noch rauszuholen, weil sie einfach wussten, wenn die in dem Land bleiben.
00:27:25: dann wird es ganz schwierig.
00:27:27: Ist die Kapitänin rausgekommen?
00:27:29: Ja,
00:27:29: sie leben in Dänemark, ist rausgekommen.
00:27:32: Wie gesagt, Australien hat dann viel gemacht.
00:27:34: Und das sind einfach Geschichten, wo ich sage, dieser Sport hat so viel Kraft, hat so viel Integrationsfähigkeit.
00:27:41: Aber auch selber, ich weiß, ich wäre nicht die Person heute, wenn ich diesen Fußball nicht gehabt hätte.
00:27:46: Ich hätte nicht die gleichen Stärken entwickelt.
00:27:48: Ich hätte nicht das gleiche Selbstbewusstsein, die Persönlichkeitsentwicklung nehmen können.
00:27:53: die Welt bereisen dürfen.
00:27:54: Ich hätte nicht diese innere Stärke bekommen für all diese schwierigen Momente, die ich ohne Frage auch in meinem Leben hatte.
00:28:00: Das war nicht immer nur Triumph.
00:28:03: Und deshalb kann ich nur sagen, egal ob jetzt Fußball oder andere Dinge, aber an alle jungen Menschen geht euren Weg, verfolgt eure Träume.
00:28:11: Jeder hat ein Talent, jeder hat was Besonderes.
00:28:14: Und lasst euch da nicht beirren.
00:28:16: Martina von Steckelnburg im DBI Podcaststudio.
00:28:19: Ganz herzlichen Dank.
00:28:20: Sehr gerne.
00:28:21: Großen Spaß gemacht.
00:28:23: Danke.
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